
Eine geräucherte Forelle ist etwas feines, und ein geräucherter Aal noch mehr. Und wenn der Räucherofen schon angeworfen wird, dann soll er auch voll sein. Deshalb räuchere ich meist viel zu viele Fische auf einmal. Und was tut man dann, wenn nach dem ersten Appetit noch jede Menge geräucherter Fisch übrig ist, alle Bekannten und Verwandten aber entweder geflüchtet oder schon gesättigt sind? Eine leckere, leichte und ausserdem noch einfach zuzubereitende Variante mit gänzlich anderer Geschmacksrichtung als z.B. das gemeine “Fischküchle” ist Sushi, dessen Zubereitung mit Aal und Forelle hier beschrieben wird.
Exkurs Sushi:
Sushi ist ein japanisches Gericht, das hauptsächlich aus erkaltetem, gesäuertem Reis, mit entweder rohem oder auch geräuchertem Fisch und oftmals Nori (getrockneter und gerösteter Seetang) besteht und in mundgroßen Stücken optisch ansprechend serviert wird. Zu den bekanntesten westlichen Kreationen zählt die „California Roll“ oder „Ura-Maki“ (dt. „von innen gerollt“), die mit Lachs oder Surimi, Avocado oder Gurke gefüllt sind.
Folgende Zutaten sind für Sushi von Aal und Forelle notwendig:
- Geröstete Nori- (Seetang) Blätter (in jedem Supermarkt in der Asia-Ecke)
- Sushi-Reis (es tuts aber auch Risotto-Reis, hauptsache rund und klebrig, aber bitte kein Milchreis..)
- Reisessig, um dem Reis Geschmack zu geben
- Wasabi-Paste und/oder scharfer Meerettich (Wasabi = sehr scharfer Meeretich in grün, auch Japanischer Meerrettich genannt, Wassermeerrettich) für die freie Nase
- Eingelegter Ingwer (fein geraspelt) zur Ablenkung vom Wasabi
- Soja-Sauce zum Eintunken
- Ein scharfes Messer und eine Sushi- bzw. Bambus-Rollmatte (sinnvoll, geht aber auch ohne)
Zubereitung des Sushi-Reis (1 Portion = 250g Sushi-Reis):
- Reis in eine Schüssel mit kaltem Wasser geben und waschen bis das Wasser klar ist. Den Reis ein wenig einweichen lassen und schließlich mit 270 ml Wasser zugedeckt bei starker Hitze kurz aufkochen lassen, dann bei schwacher Hitze 10min zugedeckt garen lassen. Den Topf vom Herd nehmen, Deckel abnehmen und stattdessen ein sauberes Geschirrtuch darüber legen. 15min abkühlen lassen.
- 3EL Reisessig, 2 EL Zucker und 1 TL Salz unter Rühren erwärmen bis sich Salz und Zucker vollständig gelöst hat. Statt Reisessig oder ergänzend kann auch Zitronen- oder Limettensaft zum Einsatz kommen, je nachdem wie man den Reis aromatisieren möchte. Die Essiglösung muss vorsichtig unter den Reis gemischt werden.
Sushi von der Forelle (Futo-Maki mit Forelle und Birne)
Zusätzlich wird benötigt: Geräuchertes Forellenfilet ohne Haut, 1 große Birne, Zitronensaft, Radicchio-Blätter
Zubereitung:
- Das Forellenfilet in ca. 1 cm breite Streifen schneiden. Birne waschen und ebenfalls in Streifen schneiden. Ausserdem mit Zitronensaft beträufeln. Radicchio waschen, trockentupfen und in Streifen schneiden.
- Ein Nori-Blatt mit der rauhen Seite nach oben auf die Matte legen. Die Hälfte des Blattes mit Reis bestreichen, in die Mitte des Reises längs eine Vertiefung drücken. Etwas Wasabi-Paste oder Meerrettich daraufstreichen, Streifen von Forelle, Birne und Radicchio in die Vertiefung legen. Mithilfe der Matte aufrollen. Beim Aufrollen hilft es die Finger mit Reisessigwasser befeuchtet zu haben.
- Jede Rolle in etwa 8 gleich große Stücke schneiden, Randstücke sofort in den Mund stecken, die restlichen schön auf einem Teller anrichten.
Sushi vom Aal (Nigiri-Sushi mit Räucheraal)
Zusätzlich wird benötigt: Geräucherter Aal ohne Haut, Lauch
Zubereitung:
- 1 cm breite Streifen vom Lauch anfertigen. Salzwasser aufkochen und darin die Blattstreifen 30 Sekunden lang sprudelnd kochen. Mit der Siebkelle herausnehmen und in Eiswasser legen. Herausnehmen, trocken tupfen.
- Das Aalfilet in mundgerechte Filetstücke schneiden, evtl. vorsichtig leicht flach drücken. Die Hände mit Essigwasser befeuchten und aus dem Reis längliche Klößchen formen. Dünn mit Wasabi oder Meerrettich bestreichen. Je 1 Stück Aal darauf legen, festdrücken und zu einem Nigiri (= längliches Klößchen) mit darauf liegendem Aal formen. Je 1 Lauchstreifen so um die Nigiri wickeln, dass die Enden unten übereinandergeschlagen gut halten. Alternativ kann auch mit Streifen von Nori-Blättern umwickelt werden.
Natürlich kann Aal auch wie Forelle zu Futo-Maki Sushi verarbeitet werden. Weitere passende Zutaten sind Streifen von (Essig-)Gurke oder Avocado, den Kombinationsmöglichkeiten sind aber prinzipiell keine Grenzen gesetzt.
Wie isst man das Zeug?
Der Möchtegern-Japaner streicht so viel Wasabi auf ein Sushi wie es seine Nase verträgt. Er legt sich noch ein oder zwei Blättchen eingelegten Ingwer darauf (oder isst den Ingwer nebenher) und tunkt das Sushi vor dem Verzehr in ein Schälchen mit Soja-Sauce. Kann man machen. Muß man aber nicht.
Guten Appetit!
PS: Zumindest die Zubereitung macht auch Kindern Spaß!